Rodin Rilke.
von Bruce Krebs

Aus dem Französischen
von Klaus Grube


Theaterstück in 5 Akten gefolgt von einem Epilog

übersetzung

SACD-Eintrag Nr. 162 104

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Der Beginn des
Theaterstück


1. Akt, 3. Szene

Zwei Frauen erscheinen am Eingang des Ateliers. Die Jüngere der beiden scheint die Ältere zu begleiten. Sie sind Däninnen und sprechen sehr wenig Französisch. Sie machen sich mit Gesten verständlich, welche die Gehilfen auf ihre Art interpretieren.

        Die erste Dänin:
- Hier... Angoustte Rodin.

        Bourdelle :
- Ja, ja, treten Sie bitte ein, Monsieur "Auguste" Rodin ist momentan nicht da, wir erwarten ihn.

        Die erste Dänin:
- Sie Rodin?

        Bourdelle :
- Nein, ich Bourdelle, Antoine Bourdelle, ich Gehilfe, ich (er macht eine Geste) klopf klopf, ich Assistent...

        Despiau (zu Pompon):
- Er sehr gut um sprechen mit Ausländerinnen...

        Die erste Dänin:
- Ich... wir (indem sie auf die Jüngere zeigt) ...Guten Tag Rodin.

Sie sagt einige Worte auf Dänisch zu der Jüngeren, die Gehilfen sehen sich an...

        Die erste Dänin:
- Wir...

        Bourdelle (zuvorkommend):
- Ja, Sie...

        Die erste Dänin:
- Wir... (sie bezeichnet einen Kreis um ihr Gesicht, dann um das Gesicht der Jüngeren) Skulptur...

        Bourdelle :
- Ja, wirklich sehr schön!

        Despiau (zu Pompon):
- Sie wollen eine Büste des jungen Mädchens.

        Die erste Dänin:
- Wir... (sie macht eine große viereckige Handbewegung um das Format eines Plakats anzudeuten)

        Despiau (zu Pompon):
- Eine sehr große Büste...

        Bourdelle (antwortet seinerseits mit Handbewegungen):
- Ja, Rodin, klopf klopf, mademoiselle.

        Despiau (zu Pompon):
- Und wenn er nicht wollen, ich gern wollen machen klopf klopf mit mademoiselle...

        Bourdelle (sieht Despiau streng an):
- Charles !

Die erste Dänin bemerkt, dass die Gehilfen sie nicht verstehen, sie unterhält sich auf Dänisch mit der Jüngeren:

        Die erste Dänin:
- Min pige, jeg tror ikke, at de arbejdere forstår os, jeg vil endnu engang forsøge at gøre mig forståelig...

        Die erste Dänin (zu den Gehilfen):
- Wir (sie spreizt die Finger und macht eine Handbewegung)

        Bourdelle :
- Fünfzehn Büsten! (zu den anderen) Nein wirklich, ich verstehe nichts von ihrem Kauderwelsch... (zu de Däninnen) Nein, unmöglich! Das ist zuviel!

Die erste Dänin wird sich bewusst, dass er nichts versteht, bedeutet ihm "Nein" mit einer Handbewegung und unterhält sich auf Dänisch mit der jüngeren:

        Die erste Dänin:
- Nej helt sikkert, der er ikke noget at gøre, jeg vil ikke kunne gore mig forståelig.. jeg tror at det vil ske, når man noget senere kommer med plakaten. (Übersetzung:" Nein, es hat wirklich keinen Zweck, ich kann mich nicht verständlich machen... Ich glaube es ist besser, dass wir später mit dem Plakat wiederkommen...")

        Die erste Dänin, (zu Bourdelle mit neuen Handbewegungen):
- wir (macht eine Geste, dass sie wiederkommen wollen)...

        Bourdelle :
- Ja, sie (macht dieselbe Geste)...

Die beiden Frauen gehen weg.

        Bourdelle :
- Warten Sie...

        Despiau (nach einer Pause):
- Und nun? (er macht dieselbe Geste)...

        Bourdelle (spöttisch):
- Sie sagen, Du seiest der Schönste von uns, aber sie würden mich vorziehen!...

Sie nehmen ihre Aktivitäten wieder auf. (nach einiger Zeit)

        Despiau :
- Trotz allem, eine so große Büste für ein so kleines Gesicht... (er zuckt mit den Achseln)



1. Akt, 4. Szene

Eine Frau betritt das Atelier um für Rodin Modell zu sitzen.

        Claire :
- Guten Tag, Monsieur Pompon.

        Pompon :
- Guten Tag, Mademoiselle Claire.

        Claire :
- Guten Tag, Monsieur Antoine.

        Bourdelle :
- Kommen Sie zum Modellsitzen?

        Claire :
- Guten Tag, Charles.

        Despiau :
- Der Meister ist noch nicht da.

        Claire :
- - Das macht nichts, ich werde mich schon einmal vorbereiten.

Das Modell verschwindet hinter einem Wandschirm und beginnt sich auszuziehen

        Despiau :
- Ich hab' Dir gesagt, dass der Meister noch nicht da ist.

        Claire :
- Auf jeden Fall bezahlt er mich selbst wenn er nicht da ist.

        Despiau :
- Das ist doch kein Grund, Du wirst Dich erkälten. Willst Du nicht lieber, dass ich Dir einen schönen heißen Kaffee mache?

        Claire :
- Ich hätte nichts dagegen!

Charles Despiau verlässt das Atelier Richtung Hof um Kaffee zu kochen.

        Claire :
- Ich falle vor Müdigkeit um, ich glaube heute werde ich nur im Liegen posieren können...

        Bourdelle (ohne sie anzuschauen) :
- Wirklich Claire, Sie brauchen sich nicht auszuziehen. Wir wissen nicht, wo der Meister hingegangen ist, vielleicht kommt er den ganzen Vormittag nicht...

        Claire :
- Der Meister will, dass ich dauernd posiere, selbst wenn er nicht da ist, hab' ich Euch gesagt! Ich bin dadurch natürlicher wenn er mich zeichnet, sagt er. Sagt mal, stört Euch das? (sie kommt hinter dem Wandschirm hervor, sie ist nackt)

        Bourdelle :
- Aber nein, überhaupt nicht.

        Claire :
- Finden Sie mich nicht schön, Monsieur Antoine?

        Bourdelle :
- Doch, auf jeden Fall! Aber ich finde das... unnötig, verstehen Sie?

        Claire :
- Na und? Schauen Sie mich wenigstens an wenn ich mit Ihnen spreche!

        Bourdelle :
- Ich finde Sie sehr schön, Claire, aber ich muss mich auf meine Statue konzentrieren.

        Claire :
- Und Sie, Monsieur Pompon, bin ich nach Ihrem Geschmack?

        Pompon :
- Sie sind eines der schönsten Pariser Modelle, Claire… und das wissen Sie sehr gut. Ärgern Sie nicht den armen Antoine, Sie wissen doch, dass seine Frau eifersüchtig ist!

        Claire :
- Entschuldigen Sie, Monsieur Antoine, aber morgens bin ich immer ein bisschen unbeherrscht...

Sie setzt sich mit dem Rücken zum Publikum.

        Claire :
- Und Ihre Frau, sitzt sie Ihnen manchmal Modell?

        Bourdelle :
- Nein, niemals... Sie hat nicht soviel Geduld wie Sie.

        Pompon :
- Ein richtiges Modell findet man nicht auf der Straße, meine liebe Claire. Der Meister sucht bei Ihnen die natürliche Grazie des Körpers während andere ihm nur gekünstelte Posen bieten.

        Claire :
- Ich mag die Posen nicht, davon bekomme ich immer Rückenschmerzen. Hier lässt mich der Meister machen was ich will, das ist viel besser.

Despiau kommt mit einer Tasse Kaffee zurück.

        Despiau :
- Rose fragt, ob Du schon etwas gegessen hast?

        Claire :
- Das reicht, danke... (sie trinkt ihren Kaffee)

        Despiau :
- Falls nicht, sag' Bescheid, es gibt noch Suppe, Käse und Wein...

       


1. Akt, 5. Szene

Rodin betritt die Bühne, er hat einen Stoß Briefe in der Hand, er grüßt seine Gehilfen. Er trägt einen einfachen Anzug ohne Krawatte. (Das Modell scheint die Ankunft Rodins nicht bemerkt zu haben).

        Rodin :
- Guten Tag, meine Herren!

        Tous:
- Guten Tag, Meister...

        Rodin :
- Ich komme gleich zu Ihnen, ich werde nur noch die Post wegräumen... (zu Claire) Guten Tag, Claire.

Er geht die Treppe zum Zwischengeschoss hinauf. Oben angekommen entledigt er sich der Post indem er sie auf den bereits vorhandenen Stapel legt, er überlegt einen Augenblick, dann nimmt er einen Umschlag und öffnet ihn. Während er diesen Brief liest, befragt er seine Gehilfen.
Nachdem sie ihre Kaffeetasse abgestellt hat, beginnt Claire ihre Tätigkeit als Modell so als ob sie sich beeilen wollte, verschiedene imaginäre Posen einzunehmen, dabei achtet sie nicht auf die Gespräche um sie herum....

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Bruce Krebs,
9 ter rue Amelot, 17 000 La Rochelle,
Charente Maritime, Poitou-Charentes, Frankreich, Europa.
Um mir eine E-Mail zu senden:atelier.bruce.krebs@wanadoo.fr
...aber ich ziehe es vor, eine "Papierpost zu erhalten"